Von Pella an die Spree

Er ist das Erkennungszeichen der Plastischen Chirurgen in Deutschland - der Alexander-Kopf. Seit 1982 steht er als offizielles Emblem der DGPRÄC (ehemals VDPC) auf zahlreichen Flyern, Webseiten und Briefbögen. Sein Gesicht steht für Orientierung im Dschungel der "Schönheitschirurgie". Doch woher kommt "unser" Alexander? Und wie schaffte er es nach Deutschland?

Darstellungen des großen Feldherrn Alexander gibt es viele. Unser Alexander stammt aus Pella, der Hauptstadt des antiken Königreichs Makedonien. Bei Ausgrabungen in den 1950er-Jahren wurde der späthellenistische Marmor-Kopf gefunden, der schätzungsweise 100 v. Chr. entstand. Durch seinen eindringlichen Blick und die charakteristische Anordnung der Haare wurde er schnell zu einem der populärsten Ausstellungsstücke des Pella-Museums, in dem er noch heute steht.

Wie Alexander zur DGPRÄC kam

Die Entscheidung für den Pella-Alexander als DGPRÄC/VDPC-Emblem fiel 1982. Prof. Dr. med. Gottfried Lemperle (Präsident der VDPC von 1985-1988) erinnert sich: "Als Organisator des VDPC-Kongresses 1982 in Frankfurt fühlte ich, dass der bisherige Schriftzug nicht mehr der inzwischen erlangten Bedeutung der Plastischen Chirurgie in Deutschland entsprach. Ich bat deswegen alle Mitglieder um Vorschläge für ein neues Logo und schrieb selbst einige mir bekannte Künstler an. Es kamen etwa 30 Zeichnungen und Abbildungen zusammen, die auf dem Kongress zur Wahl gestellt wurden."

Am 21. September 1982 entschieden sich die Mitglieder in der Alten Oper zu Frankfurt letztlich für den Alexander-Kopf aus Pella, den Prof. Lemperle selbst vorgeschlagen hatte. "Es war wohl die zeitlose, klassische und ansprechende Schönheit dieses Kopfes, die die Mitglieder beeindruckte", vermutet Prof. Lemperle heute. "Der Bezug zur Plastischen Chirurgie ist die von späteren Feinden abgeschlagene Nase, die ihm das 'Gesicht' und damit die Erinnerung an den großen Feldherrn Alexander nehmen wollten." Eine Replik des Pella-Alexanders steht noch heute in der Ulrich-T.-Hinderer-Bibliothek in Berlin-Mitte.